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Mon 30
Jul 2007

The One That Loves The Thread

Posted by dora under The Beggar's Diary
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English synopsis. The Beggar's Diary, 29.07.07. - Sunday begins, as usual, at the FYAL, where the waiter is kind enough to explain to a customer what FYAL* stands for. The waiter repeats the word "FUCK" several times, though Filch cannot tell if out of pleasure, or simply because the customer could not hear it, or understand what he said.
http://beta.thebeggarsopera.org/node/68
It is raining. The most exciting thing happening today at the Spiekerhof is the arrival and departure of the bus. Well, yes, he does have some visits. A visitor gives him an apple, another encourages him to go to the Muenster zoo (Allwetterzoo) and trade in his apple for an entrance, explaining to the ticket seller that the apple is food for the zebras. Filch is skeptical about the strategy but walks to the zoo anyway because he really wants to find the "Brückenaffen" he heard about yesterday.
http://beta.thebeggarsopera.org/node/91
Why not on such a rainy day? On his way to the zoo he passes by Dominique Gonzalez-Foerster’s sculpture, "Un Roman de Münster", where the kind sculpture guard—no, not Constanze—calls him by the enigmatic name "The One That Loves The Thread".
http://beta.thebeggarsopera.org/node/61
He also walks by Susan Philipsz’s "Lost Reflection", which has had two of its four speakers stolen. He remembers bitterly that even one of his latest drawings was stolen, and it had to be the best one, of course, "Die Banalität der Passarelle". What a love-hate relationship there is between the city of Muenster and the SPM07!
You may not believe it, but he finds the secret, furtive, magic, mysterious, ancestral ape, which until this very moment was unknown to everyone, as were his magic powers.

* yes, you know, it means Fuck You Art Lovers

Bettlertagebuch 29.7.07 (Sonntag)

Der Tag beginnt gleich zweimal. Das heißt: beim ersten Mal ist es vielmehr so, dass der Samstag sich weigert, zu Ende zu gehen. Filch findet keine Ruhe, und entschließt sich - weit nach Mitternacht und obwohl er hundemüde ist - dazu, noch einen kleinen Streifzug durch die Vorstadt zu machen.
Die Straßen sind menschenleer. Nur gelegentlich fährt ein Auto in gemäßigtem Tempo an ihm vorbei. Plötzlich hört er eine Stimme, die wie durch einen Lautsprecher verstärkt und gleichermaßen verzerrt in Wogen durch die Nacht ihren Weg zu ihm findet. Es ist ein unheimliches Geräusch. Die Stimme klingt entschieden, als wenn sie zu einer Versammlung von Gläubigen spräche. Der Sprechstil ist melodisch, beschwörend. Filch stellt sich die Zuhörer vor, die ihr still und andächtig lauschen, während sie sagt, was sie zu sagen hat. Keine Unterbrechung, keinen Widerspruch duldend.
An einer Straßenkreuzung mitten in einer 30er Zone muss sich Filch entscheiden: will er näher an die Stimme heran, oder geht er besser in die andere Richtung? Er entschließt sich für die andere Richtung und ist schon ein paar Schritte weiter, als er ein Satzfragment im Vortrag der Stimme zu erkennen glaubt. Dann einen Satz, und mit einem Mal weiß er auch, dass die Stimme ein Lied singt, und welches, und wem sie gehört. Es ist Frank Sinatra. Und er singt: "My Way".

Der Arbeitstag beginnt mit einer aufgeschäumten Milch im "fyal central".
An einem Tisch an der Fensterfront lässt sich ein Herr von der Bedienung erklären, was "fyal" bedeutet, hakt dann nochmals nach, vielleicht weil er sich nicht sicher ist, ob er das erste Wort richtig verstanden hat oder weil er die Vokabel nicht kennt. Sie wird wiederholt und mit allem gebührenden Respekt übersetzt. Kurze Erläuterung, dann die Bedienung ab. Auftritt die Ehefrau. Solide Eingangsunterhaltung, knapper Übergang zum Verständnis des Namens des gewählten Cafés. Unvoreingenommenes Erstaunen.
Filch findet die Szene von allen wirklich sehr gut gespielt. Wenn er sie noch einmal wiederholen lassen könnte, würde er sie vielleicht lediglich ein wenig kürzen.

Es hat bereits den ganzen Morgen über geregnet und Filch stellt sich unter die Arkaden vor "seinem" Damenoberbekleidungsgeschäft.
Ein regnerischer Sonntag Vormittag am Spiekerhof ist eigentlich nur dann richtig spannend, wenn der Bus hält, was in den zwei Stunden zwischen elf und eins allerdings nicht allzu häufig passiert, oder: wenn Besuch kommt.
Aus Paderborn wird Filch ein Apfel der Marke "Pink Lady" mitgebracht und Filch bewundert, wie seine Besucher dem Wetter trotzen, und bestaunt ihre durchsichtigen Regenschürzen, die wie Western-Hosen über die eigentliche Kleidung gezogen werden.
Als er wieder allein ist, schaut er sich die aktuelle Mode an und meint, in einer der Schaufensterpuppen das weibliche Pendant zum "Brückenaffen" erkennen zu können. Überhaupt, denkt er, wenn er hier fertig ist, dann schaut er sich den "Brückenaffen" an!
Seine nächsten Besucher kennen zwar den Allwetterzoo, haben aber noch nie etwas vom "Brückenaffen" gehört. Sie wissen jedoch, dass der Eintritt nicht umsonst ist. Als sie Filch vorschlagen, den Apfel, den er aus Paderborn bekommen hat, im Tausch gegen eine Freikarte als Futter für das Zebra anzubieten, wird Filch erst klar, dass es sich beim Allwetterzoo um einen wirklichen Zoo handelt. Es scheint zwar genau das richtige Wetter für den Allwetterzoo zu sein, aber dem Plan mit dem Apfel steht er doch skeptisch gegenüber: "Und wenn es dem Zebra dann morgen schlecht geht, wer ist es dann wieder gewesen? Wer ist es dann wieder gewesen, selbst wenn es gar nicht am Apfel lag?"

Der Allwetterzoo liegt weit außerhalb der von Herrn Wallinger abgesteckten Zone, in der Nähe des Mühlenhof, und während Filch losläuft, wird ihm bewusst, dass er fast die gleiche Strecke abläuft, die er gestern auch schon gegangen ist. Er ist sich zunächst nicht zu 100 % sicher, aber dann entdeckt er einen herunterklappbaren Pfahl, der die Zufahrt in einen Hof ermöglichen oder unmöglich machen kann. Filch hat sich immer gefragt, wie er "Macht" definieren soll, aber jetzt ist ihm klar: Macht bedeutet, wenn sie den Pfahl für Dich herunterklappen.

Dann kommt er an Skulptur Nr. 20, Dominique Gonzales-Foersters "Münster Roman", vorbei, die aus Nachbildungen ausgewählter anderer Skulpturen in Maßstab 1:4 besteht. Hier hat Filch gestern kurz mit der Aufsicht gesprochen, die ihn sofort erkannt hat: "Du bist doch der, der den Faden mag!" - Filch fragt sich, ob das sein indianischer Name wäre: Der den Faden mag. - Er räumt das ein und erkundigte sich nach einem Café, das für Münster aktuell das sein sollte, "was das Romanische Café für junge Künstler im Berlin der 20er Jahre gewesen ist". Die Aufsicht versteht, was er meint, erklärt ihm aber, sie kenne - und es gäbe wahrscheinlich - in der Umgebung nur "normale Cafés".

Unter der Torminbrücke sind zwei Lautsprecher gestohlen worden, so dass Susan Philipsz Skulptur "The Lost Reflection" heute ausfällt. Filch kennt die Brücke nur mit der Skulptur, ohne wirkt sie auf ihn fremd. Er denkt über die Diebstähle der letzten Tage nach: zwei Lautsprecher, davor der Caravan, und eine seiner Kohlezeichnungen ist auch verschwunden. Ausgerechnet "Die Banalität der Passarelle", die ihm mehr bedeutet hat als alle anderen zusammen. Aber vielleicht ist sie ja auch gar nicht gestohlen sondern nur verlegt worden, denn er hatte sie vor einer Woche von den anderen Zeichnungen getrennt, damit sie auf keinen Fall wegkäme. Vielleicht findet er sie ja wieder, denkt er, DENN ER IST KREUZUNGLÜCKLICH ÜBER DEN VERLUST.

Nach einem Fußmarsch von einer guten Stunde steht er schließlich vor dem Allwetterzoo und wägt ein letztes Mal ab: die "Pink Lady" könnte sein Mittagessen sein oder ihm den Zutritt zum "Brückenaffen" ermöglichen. Er legt sich eine Taktik zurecht, bei der er den Apfel nicht zu früh erwähnen möchte. Vielmehr könnte es hier nicht schaden, ein wenig mit seiner Skulpturhaftigkeit zu prahlen.
Die Kassiererin kennt den "Brückenaffen" nicht und schickt ihn zum Ordner, der zunächst ebenso ratlos ist. Ein 2. Ordner hat den "Brückenaffen" zwar auch noch nicht bewusst gesehen, erkundigt sich aber freundlicherweise im Büro. Während der Wartezeit stellt sich Filch neben den 1. Ordner, damit die Besucher im Fall einer gültigen Eintrittskarte passieren können. Allerdings stellt sich Filch so neben ihn, dass er sich praktisch schon mit mehr als einem Fuß im Zoo befindet.
Es könnte klappen, denkt er, und warum auch nicht: er will ja wirklich nur zum "Brückenaffen", es würde ihm auch nichts ausmachen, die wirklichen Tiere gar nicht zu beachten. (Genauer gesagt ist der Anblick von eingesperrten Tieren für ihn nahezu unerträglich.) Der 2. Ordner kommt mit einer Frau aus dem Büro zurück, die sich noch einmal nach dem genauen Namen des Affen erkundigt.
"Brückenaffe", antwortet Filch, und fügt hinzu: "Und es würde mir wirklich ungeheuer viel bedeuten, ihn zu sehen." Er ist selbst einigermaßen erstaunt darüber, dass er es so emotional ausdrückt, möchte sich aber nicht gleich selbst in den Rücken fallen, wo inzwischen bereits drei Menschen daran arbeiten, dass er den Affen treffen kann.
"Es ist eine Skulptur", erklärt er, findet aber natürlich die Karte von gestern nicht. Der 1. Ordner schickt Filch erst einmal über eine Brücke zu den Pinguinen. Es gäbe einige Skulpturen, aber dass wirklich der "Brückenaffe" dabei ist, kann er nicht versprechen.

In den nächsten Stunden durchlebt Filch die gesamte Bandbreite der Gefühle von offener Euphorie bis zu irrationaler Verzweiflung. Zunächst: er ist im Allwetterzoo! Aber seine Suche hat von Anfang an etwas Getriebenes. Im Zoo herrscht trotz des Regens großartige Besucherstimmung. Nur Filch läuft scheinbar ziellos umher und sucht den "Brückenaffen", den natürlich auch keiner der Besucher jemals gesehen hat. Halbherzige Versuche, ein wenig Struktur in seine Suche zu bringen, scheitern spontan an seiner Ungeduld. Manche Wege läuft er mehrmals. Er sieht eine Affenplastik, aber es ist nicht der "Brückenaffe". Er sieht eine Katzenplastik, genauer gesagt: er begegnet ihr VIERMAL, aber der "Brückenaffe" ist nicht zu finden. Zu allem Überfluss hat er auch noch den Pinguinmarsch um 14 Uhr verpasst.
Schließlich entscheidet sich Filch zu einer Maßnahme, die ihm als die einzig Erfolg versprechende erscheint: Er muss den ganzen Zoo ablaufen, sonst steht er bald zum sechsten Mal vor der "Katze".
Filch sieht Giraffen, Nashörner, geht durch Affenfreigehege und ist schließlich bei den Wildkatzen, als er sich überlegt, vielleicht kurz eine Pause einzulegen. Und wenn es nur ist, um sich einzugestehen, dass es längst nicht mehr nur um den "Brückenaffen" geht. Er will gerade noch in einem Zoolotterie-Wagen nachfragen, ob man ihm vielleicht weiterhelfen kann, als er sich umdreht und mit einem Mal auf einer Wiese etwas zwischen den Bäumen hindurch schimmern sieht. Es sind der erhobene Schwanz und das Hinterteil des "Brückenaffen".
Filch kann sein Glück kaum fassen. Und die ganze Anspannung, die ganze Aufregung der letzten anderthalb Stunden fallen von ihm ab.
Der Kopf der Plastik ist hohl, aber ansonsten ist sie genau so, wie er sie sich vorgestellt hat. Für ein Foto würde er sich gerne noch etwas frisch machen, aber es wird wohl auch so gehen. Ihn hat der "Brückenaffe" immer irgendwie mehr an eine Wildkatze als an einen Affen erinnert, und tatsächlich: hier ist er, direkt gegenüber vom Nordpersischen Leoparden.
Auf dem Foto, zu dem ein Besucher sich überreden lässt, versucht Filch die "menschliche Eitelkeit" des Affen in sein eigenes Posing mit einfließen zu lassen, um es dem sensiblen Betrachter des Bildes zu ermöglichen, im doppelten Maße den Spiegel vorgehalten zu bekommen.
Filch verabschiedet sich gebührend von der Skulptur, für die sich jetzt allmählich auch andere Besucher zu interessieren beginnen, und entschließt sich, auf seinen Triumph im Pony-Bistro eine Cola zu trinken.

Wieder im Freien geht Filch zum Eingang zurück, um sich noch einmal ganz herzlich zu bedanken und das Erinnerungsfoto zu zeigen. Man erinnert sich an ihn und schenkt ihm zum Abschied noch die illustrierten "Zoo Nachrichten".
Der Regen hat inzwischen aufgehört, es ist noch hell und angenehm frisch. Und er hat den Apfel noch! Manchmal, denkt Filch, ist alles von einer wunderbaren Einfachheit.



Thu 02
Sep 2010

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Posted by anonymous user

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Mon 30
Aug 2010

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Mon 30
Aug 2010

braindumpDer Regen hat

Posted by anonymous user

braindumpDer Regen hat inzwischen aufgehört, es ist noch hell und angenehm frisch. Und er hat den Apfel noch! Manchmal, denkt Filch, ist alles von einer wunderbaren Einfachheit.pass4sure VCP-410Der Regen hat inzwischen aufgehört, es ist noch hell und angenehm frisch. Und er hat den Apfel noch! Manchmal, denkt Filch, ist alles von einer wunderbaren Einfachheit.pass4sure 350-001Der Regen hat inzwischen aufgehört, es ist noch hell und angenehm frisch. Und er hat den Apfel noch! Manchmal, denkt Filch, ist alles von einer wunderbaren Einfachheit.pass4sure 640-802

Mon 23
Aug 2010

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Posted by anonymous user

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Tue 17
Aug 2010

Minnesota Vikings

Posted by anonymous user
Wed 14
Jul 2010

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Posted by anonymous user

cciea very friendly and kind staff member of the museum tells him he has contacted a musician who can produce Filch's first record, The Beggar's Aria No.1.
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Sat 13
Mar 2010

English synopsis, The

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English synopsis, The Beggar's Diary, 02.09.07. - If human lives had titles, his would surely be: "Hopelessly in love?" Just like that, with a question mark. Like the ones always featured on ads for municipal services. For as long as he can remember, every goal he’s ever had in life has turned out a fiasco. Constanze. Gangsta rap. The Beggar's Aria No. 1. His political activism. This is, probably, the saddest of all. The horse people are long gone, and what was once a green meadow in front of the castle has become a muddy desert … but The Thread was never put up again. He might as well become the lover of the mannequin sitting outside the bakery at the Spiekerhof. Yeah, just lose it all the way. To make things worse, there are notes posted everywhere saying: "Whoever reads this is art." Filch himself was just reading it when someone next to him said: "So now I am art. That was easy work." And Filch thought: "You wish! From now, it just going to go downhill for you."
But the man who had just become art forgot to read the fine print: "Get naked and rule the world."
A little later on in the day, Filch goes to the shooting party organized by the ecclesiastic shooting club he met yesterday. But there is not much shooting going on at the party—mostly due to the dangerous levels of alcohol of all the participants. It must be said, though, that everyone is sensible enough to put down their weapons and just give themselves over to drinking and being merry. The merriment is certainly heightened by the musical numbers the fanfare orchestra is playing, like the Blues Brothers’ "Everybody needs somebody to love," and The Village People’s "YMCA." Not bad for an ecclesiastic shooting party.

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Tue 31
Jul 2007

Filch has a plan. GK

Posted by anonymous user

Filch has a plan.
GK

Tue 31
Jul 2007

And who says that Filch will

Posted by anonymous user

And who says that Filch will obey? Who says he will do what is expected from him? Who says he will submit to convention or duty? Filch is a free man, and if he has agreed to be at Spiekerhof from 11 to 13:00, is only out of kindness. But kindness is a choice.

Tue 31
Jul 2007

Bettler hat jetzt

Posted by anonymous user

Bettler hat jetzt Bürozeiten Ade, du schöner Zufall Angemerkt
Schade, der Bettler Filch hat jetzt Bürozeiten. Vorbei die Zeiten, zu denen Kunstliebhaber sich dem erhabenen Gefühl des Auserwählt-Seins hingeben konnten, das sich einstellte, wenn man das wandelnde Kunstwerk „06“ von Dora Garcia unerwartet traf. Wie schön waren die Anekdoten, die Filch zu berichten wusste, wenn er wieder einmal mitten unter ihnen gewesen war, den Heerscharen internationaler Touristen, ohne dass einer ihn erkannte.
Jetzt werden nicht mehr die Glücksritter triumphieren, denen es gelang, einfach nur durch die Skulptur-Projekte zu stromern, ganz ohne absichtlich nach dem Beggar Ausschau zu halten, und die ihn dennoch entdeckt haben an einem seiner wechselnden Auftenthaltsorte. Sondern jene, die ihn gezielt ansteuern zu seinen „Öffnungszeiten“, die ihm verordnet wurden, weil manche Kulturmenschen meinen, ein Recht darauf zu haben, eine schriftlich dokumentierte Skulptur, und sei es auch ein leibhaftiger Mensch, auf jeden Fall aufsuchen zu können.
Filch hat sich wohl fügen müssen – auch dies ein Unterschied zwischen ihm und den wahren Bettlern –, denn Filch ist nicht (nur) er selbst, sondern im Kern auch ein weisungsgebundener Arbeitnehmer. Ihm und seinem Publikum ist nun etwas abhanden gekommen, das zuvor durch ihn Bestandteil der Skulptur-Projekte war: die Schönheit des Zufälligen.

VON ELLEN BULTMANN, MÜNSTER

Mon 30
Jul 2007

Schade um die Passarelle.

Posted by anonymous user

Schade um die Passarelle. Banal fand ich sie allerdings nicht, eher teppichweich, zum Verweilen einladend ... Eine neue malen? Mit Hilfe der wunderbaren Einfachheit ...
AK